Löschgruppe Gimsbach

Die Freiwillige Feuerwehr Gimsbach hatte eine sehr lange Tradition.

In der Geschichtsschreibung beginnt sie mit einem historischen Leckerbissen im Jahre 1835, als sich die Gimsbacher in Zweibrücken eine ausgefallene und sehr teure Feuerwehrspritze kauften, wie sie sich nur wenige Gemeinden in der Umgebung leisten konnten.

Historische Spritze
Historische Feuerwehrspritze


1838/39 hatte die Gemeinde bei Glockengießer Peter Lindemann eine Brandspritze bestellt und diese nach erfolgter Lieferung den Betrag von 760 Gulden bezahlt. Weil damals Gimsbach eine der ersten Gemeinden in der Umgebung war, die sich eine solche Feuerwehrspritze leisten konnte wurde auch entsprechend gefeiert und beim zünftigen Spritzenfest 20 Viertel (etwa 100-150 Liter) Wein, 24 Pfund Schinken nebst 3 Laib Brot und 21 Portionen (Tassen) Kaffee, das waren 70 Gulden an "Zehrungskosten", verbraucht. Man bat erst nachträglich die vorgesetzte Behörde, das königliche Landkommissariat in Homburg, dies zu genehmigen und schreibt folgenden Brief:

Bei der Ankunft der neuen Brandspritze wurden sämtliche Einwohner dahingehend einig, daß wegen diesem sehr schönen Stück und gut ausgefallenem Werke und um ein bleibendes Andenken an dessen Ankunft zu behalten, jeder Einwohner ein Glas Wein auf Rechnung der Gemeindekasse trinken sollte...

Das Landeskommissariat mußte zähneknirschend zustimmen, verbat sich aber solche Feiern für die Zukunft und forderte Aufklärung über die hohen Kosten, worauf die Gemeinde erklärte, nicht nur die 25 Familienvorstände hätten den Wein getrunken, "sondern deren Kinder, Knechte, und alle Angehörigen, überhaupt sämtliche Personen der Gemeinde haben Anteil daran genommen".

Das königliche Landeskommissariat in Homburg tadelte mit einem strengen Hinweis den Bürgermeister und die Gemeindebürger, weil sie nach Auslieferung der Spritze allzu sehr auf Kosten der Gemeindekasse gefeiert hätten. Getadelt wurde auch, daß der Bürgermeister schon bei der Bestellung in Zweibrücken mit einer stattlichen Spesenrechnung zwei Tage unterwegs war, eine Zeit, die nach dem Landeskommissariat ausreichend gewesen wäre, um ganz Deutschland zu durchqueren.

In einem Prüfungsbericht des Kreisbrandinspekteurs wurde 1956 festgestellt, daß die historische Handdruckspritze zwar noch in einer sehr guten Verfassung sei, daß aber durch die zunehmende Abwesenheit der arbeitenden Einwohner zumindest tagsüber die erforderlichen Bedienungskräfte fehlten. Die Gemeinde entschloß sich daraufhin, bei einer hohen Bezuschussung des Landes eine Motorspritze (TS6) zu kaufen.

1963 wurde es im Spritzenhaus (damals noch zwischen Jakob Brauchler und Jakob Stemler in der Neunkirchener Straße) zu eng. Durch die Anschaffung eines TS-Anhängers für den Transport der Motorspritze mußte die wertvolle Handdruckspritze weichen. Das historische Stück wurde dann wenig später leider verschrottet.

Seit 1963 wies die Gemeinde verschiedene Empfehlungen des Landratsamtes zurück, ein neues Spritzenhaus zu bauen, weil kein geeignetes Grundstück zur Verfügung stand. Nachdem im Flurbereinigungsverfahren 1965 der Gemeinde "Im Loos" zwei Grundstücke zugeteilt wurden, wurde im August des gleichen Jahres dort die Planung eines Kinderspielplatzes beschlossen. Damit war der Grundstein gelegt, daß kurze Zeit später in diesem Bereich auch ein neues Feuerwehrgerätehaus und ein Brandlöschweiher errichtet werden sollte.

Zunächst beschloss der Gemeinderat noch in der selben Sitzung, in der Spelgenbach zwei Wiesengrundstücke für die Erstellung eines Brandweihers anzukaufen. Es war damals schon ein offenes Geheimnis, daß der pfiffige Gemeindebeamte Karl Klink unter dem Dekmantel Brandweiher mit erheblichen Zuschüssen für diesen Zweck gleichzeitig auch eine Bademöglichkeit für die Gimsbacher schaffen wollte.Im dem idyllischen Seitentälchen des Gimsbaches, etwa 300m oberhalb der Schreckmühle, hätte sich eine entsprechende Stauvorrichtung sehr gut anlegen lassen. Das Tälchen an dieser Stelle war eng, und das Bachwasser des Spelgenbach, das den Potzbergquellen entspringt, war damals noch glasklar.

Im Bedarfsfalle hätte man den Brandlöschweiher, sprich Badeweiher, auch mit Quellwasser aus der oberhalb gelegenen Wasserversorgungsquelle speisen können.

Mit den Grundstückseigentümern war man sich bereits einig, es sollte lediglich eine Zufahrtsmöglichkeit geschaffen werden.

Wie den Gemeindeprotokollen zu entnehmen ist, war diese Absicht aus verschiedenen Gründen gescheitert. Im darauffolgenden Jahr entschloß sich deshalb der Gemeinderat, auf den Grundstücken "Im Loos" einen Brandweiher zu errichten.

In der gleichen Sitzung wurde auch über die Bildung eines Feuerwehrverbandes zwischen den Gemeinden Eisenbach, Matzenbach und Gimsbach beraten. Um die Feuerwehr schlagkräftiger zu gestalten und die Kosten zu senken, wurde von der Verwaltung die Frage gestellt, ob man nicht gemeinsam einen Feuerwehrwagen beschaffen sollte. Damit wäre auch der Neubau eines Gerätehauses hinfällig geworden. Dieser Vorschlag der Verwaltung wurde nicht für gut befunden und ein Zusammenschluß abgelehnt. Im Oktober 1966 fiel die Entscheidung für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in dem zentralen Gemeindegelände "Im Loos".

Dass die Feuerwehr zu diesem Zeitpunkt nicht besonders schlagkräftig war, ist dem Prüfungsbericht des Landratsamtes zu entnehmen, das im November 1966 dem Rat vorgetragen wurde: Es solle versucht werden den Ausbildungsstand der Wehr zu verbessern. Gruppenführer Manfred Müller hat sich daraufhin bereit erklärt, anfangs 1967 einen Ausbildungslehrgang zu besuchen. Um die Einsatzfähigkeit der Gimsbacher Wehr aufgrund schlechter Besuche der Feuerwehrübungen zu verbessern wurde im April 1967 eine Brandschutzverordnung beschlossen, die bei unentschuldigtem Fernbleiben von den Übungen vorsah:

1. Verwarnung

2. Ordnungsstrafe

3. Anzeige beim Amtsgericht

Entschuldigungen können nur bei berechtigten Gründen anerkannt werden. Diese Maßnahme hatte sich offensichtlich bewährt. Monate später stand in dem Prüfungsbericht des Brandinspekteurs: Keine Beanstandungen.

1968 wurde neben dem Feuerwehrgerätehaus ein Schlauchtrockenmast mit einer Höhe von ca. 12 m errichtet, an dem auch bei späteren Kerweveranstaltungen der Kerwestrauß befestigt wurde.

1997 entfernte der Vereinsring den Mast, nachdem die Schläuche schon längere Zeit von der Verbandsgemeinde Glan-Münchweiler zentral getrocknet wurden.

Nach dem 2. Weltkrieg hatte die Freiwillige Feuerwehr Gimsbach folgende Kommandanten:

Jakob Stemler

Erwin Stemler

Markus Stemler

Hermann Zaun

Peter Derus

Walter Schlösser

Hans Weis

Am 27. März beschlossen die Gimsbacher Feuerwehrleute, ihre Eigenständigkeit aufzugeben und sich der freiwilligen Feuerwehr Matzenbach anzugliedern.

Unter Wehrführer Hans Weis endete damals offiziell die Tradition der Gimsbacher Feuerwehr.

Hans Weis blieb bis zu seinem Wegzug Ende 95 Stellvertreter der Matzenbacher Wehr und wurde in dieser Position zum 1. Januar 96 von Roman Stemler abgelöst.

 

Quelle: Festschrift zur 675 Jahrfeier des Dorfes Gimsbach u. 250 Jahre Kirche, "Zwischen Glan und Potzberg", Dieter Zenglein, Dittweiler