Löschgruppe Matzenbach

Im November des Jahres 1875 wurde für den Bezirk Pfalz von der damaligen Königlich- Bayrischen Regierung, mit Sitz in Speyer, eine Löschordnung erlassen.
Hier wurde in einer Rahmenanordnung von den früheren Bezirksämtern gefordert, daß überall im Lande Löschmannschaften aufgebaut und Löschgerätschaften angeschafft werden müssen.So geschah dies auch in der Gemeinde Matzenbach.

Erstmalig erwähnt wurde die Löscheinheit Matzenbach im Jahre 1876, wo in einer Niederschrift des damaligen Gemeinderates die Beschaffung neuer Löscheimer und einer Feuerleiter beschlossen und dokumentiert wurde. Da die Feuerwehr Matzenbach damals eine sogenannte "Ersatzbeschaffung" erhielt, muß davon ausgegangen werden, daß die Gründung der Feuerwehr bereits zu einem früheren Zeitpunkt erfolgte.
Da aber erst, wie o.g. der Erlass der Regierung im Jahre 1875 und die Erstbennenung unserer Wehr im Jahre 1876 erfolgte, haben wir das Jahr 1876 als das Feuerwehrgründungsjahr angenommen.
Schon damals haben sich Bürger unserer Gemeinde bereiterklärt, der Allgemeinheit durch ihren Dienst in der noch königl.- bayrischen Feuerwehr, zu dienen.
Nachweislich können wir ab 1900 anhand von Feuerwehrdienstbüchern, Anwesenheits- und Übungsprotokollbüchern alle je in der Feuerwehr Matzenbach aktiven Feuerwehrmänner benennen.
Diese notwendige Dokumentation wurde dann bis etwa 1910 kontinuierlich weitergeführt.
Wie es um die Feuerwehr Matzenbach während des 1. Weltkrieges stand, konnte leider nicht mehr zurückverfolgt werden.

Nach dem 1. Weltkrieg konnten wieder Aktivitäten der Feuerwehr Matzenbach verzeichnet werden.
Auch während des 2. Weltkrieges bestand unsere Feuerwehr, jedoch war sie zahlenmäßig stark reduziert, da die Wehrmänner zum Kriegsdienst herangezogen wurden.

Nach dem dunklen Kapitel des 2. Weltkriegs, wurde dann am 14.04.1946 die Feuerwehr Matzenbach vom damaligen Kommandant, Herrn Walter Stemmler, neu aufgestellt.
Seit dieser Zeit befindet sich die Feuerwehr Matzenbach im ständigen Wandel !
Bestanden in den 40er und 50er Jahren in der heutigen Gemeinde Matzenbach noch 2 Wehren (Eisenbach & Matzenbach), die in zwei getrennten Feuerwehrgerätehäusern untergebracht waren, so wurden diese beiden Wehren im Jahre 1964 zusammengelegt und führten dann den gemeinsamen Namen "Freiwillige Feuerwehr Matzenbach".
Diese Wehr, bestehend aus der Wehrleuten von Matzenbach und Eisenbach waren dann in dem neuerbauten Gerätehaus in der Fockenbergerstraße untergebracht.

Gerätehaus Eisenbach

Gerätehaus Eisenbach

Der technische Fortschritt ging natürlich auch an Matzenbach nicht vorbei.
Hatten die Wehrmänner in früheren Zeiten nur einen einachsigen Pumpenwagen, der von Pferden oder Menschen gezogen wurde und sonstige Kleinlöschgeräte und Schläuche zur Verfügung, so wurde dann im Jahre 1962 die Feuerwehr, von der Gemeinde und dem Landkreis Kaiserslautern, mit einem sogenannten Tragkraftspritzenanhänger (TSA) nebst einer Tragkraftspritze (TS 8/8) und anderem modernen feuerwehrtechnischen Gerät ausgestatte.


Gerätehaus Fockenbergerstraße
Gerätehaus Fockenbergerstraße


Dies war dann bis zum Jahre 1994 weitestgehend der technische Stand der Feuerwehr Matzenbach, die jedoch seit 1989 in der umgebauten Scheune, der ehemaligen Schule, untergebracht ist.
Dazu gleich näheres !



Von der Vergangenheit zur Gegenwart

Infolge Modernisierung, Ausrüstungsverbesserung und dem Wunsch der Feuerwehrmänner nach einer zweckmäßigen und zukunftsorientierten Unterbringung der Freiwilligen Feuerwehr Matzenbach wurde dann, nach mancher "behördlichen Hürde" mit dem Umbau der ehemaligen Schulscheune in Matzenbach, in Eigenleistung der Matzenbacher Feuerwehrmänner im Jahre 1988 begonnen.

Der Umzug in und die Einweihung des neuen Feuerwehrdomizils erfolgte dann im Jahre 1989.
Durch den Umzug in das neue und sehr ansehnliche Feuerwehrgerätehaus, daß nun wesentlich geräumiger, zentral gelegen war und für die Zukunft konzipiert die Unterbringung eines eventuell neu zu beschaffenden Feuerwehrautos erlaubte, wurde natürlich die Motivation der Feuerwehrmänner erhöht.
Wer in die Feuerwehr eintritt, weiß, welche Ehrenamtliche Aufgabe er übernimmt. Er muß Tag und Nacht bereit sein, bei Unglücksfällen und Katastrophen zu helfen, um so drohende Gefahren abzuwenden und Hab und Gut zu schützen oder Leben zu retten.

Um der traditionellen Aufgaben, wie Retten - Löschen - Bergen - Schützen sowie den Aufgaben bei technischen Hilfsleistungen gerecht zu werden, ist eine umfangreiche Ausbildung, sowie ständiges Üben in der örtlichen Feuerwehr, aber auch mit anderen Wehren im Verbund, unumgänglich.
Die Angehörigen der Feuerwehr Matzenbach nehmen nach Möglichkeit an allen von der Verbandsgemeindever-
waltung angebotenen Feuerwehrlehrgängen teil und vervollstämdigen bzw. vertiefen und festigen ihr Wissen in jährlich insgesamt 22 praktischen sowie 2 theoretischen Übungen, sowie noch mindestens 2 Alarmübungen, um den Ernstfall möglichst naturgetreu zu proben.

Auf diese Weise erhält jeder Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Matzenbach jährlich eine sogenannte elementeare Grundausbildung und ist somit für Einsätze bei Bränden, Kfz.- Unfällen, sonstigen technischen Hilfeleistungen, Hochwasser usw. gerüstet.
Aber nicht nur in unserem eigentlichen Arbeitsbereich sind wir tätig, sondern sind auch stets bereit mit Hand anzulegen, wenn größere Aufgaben, die vom Umfang her sehr Arbeitsintensiv sind oder spezielle Kenntnisse erfordern, auf die Ortsgemeinde zukommt.

In Punkto Öffentlichkeitsarbeit halten wir Informationsabende bei örtlichen Vereinen zum Thema "Vorbeugender Brandschutz" ab und informieren z. B. über die Handhabung von Feuerlöschern und die Wichtigkeit sie regelmäßig überprüfen zu lassen.
All diese Aktivitätn verhalfen unserer Wehr so im Laufe der Jahre zu einem recht guten Ansehen, auch bei der jüngeren Generation, was die Verantwortlichen der Feuerwehr vernlasste, zur 115- Jahrfeier der Feuerwehr Matzenbach im Jahre 1991, die Gründung einer eigenen Jugendfeuerwehr bekannt zu geben. Leider ist deren Mitgliederzahl jedoch rückläufig, was natürlich für die Zukunft gesehen, als Nachwuchsschmiede der Aktiven Feuerwehr, Anlass zu Sorgen macht.

Doch besteht der Dienst in unserer Wehr nicht nur aus Arbeit, Übungen, Fortbildungsmaßnahmen und Einsätzen.
Auch Geselligkeit und Kameradschaft werden bei uns noch "großgeschrieben".
So nehmen wir an Kreis- oder Verbandsgemeindefeuerwehrtagen und sonstigen Festen anderer Wehren teil, nicht zuletzt, um sich besser kennenzulernen und dadurch Gemeindeübergreifend unserer eigentlichen Aufgabe besser gewappnet zu sein.
Aber auch intern verstehen wir es zu feiern !

So veranstalten wir jährlich einen "Kameradschaftsabend", an dem alle aktiven Feuerwehrkameraden, unsere ehemaligen sog. Ehrenfeuerwehrkameraden, sowie andere Gäste, die uns übers Jahr hinweg besonders unterstützt haben eingeladen sind. Natürlich darf hierbei auch nicht der jeweilige Lebenspartner fehlen.
Die Feuerwehr sorgt dann für Speisen und Getränke und in geselliger Runde wird der Abend genutzt, den aktiven Feuerwehrleuten, durch diese Veranstaltung, einen Dank dafür zu sagen, daß sie übers vergangene Jahr hinweg bereit waren, bei Übungen und Einsätzen ihre Feizeit zu opfern. Den Lebenspartnern soll dadurch auch für ihre passive Mitarbeit gedankt werden und den Ehrenfeuerwehrmännern soll immer noch ihre Zugehörigkeit zur Wehr dokumentiert werden.

Heute ist die Feuerwehr Matzenbach 15 Personen stark, worunter seit zwei Jahren auch 2 junge Frauen ihren Dienst verrichten. Also, auch was die Geschlechter anbelangt, ist die Matzenbacher Feuerwehr offen für Neuerungen.
Durch die örtliche und überörtliche Feuerwehrausbildung, sowie durch Einsatzerfahrung, stellt unsere Wehr eine schlagkräftige Mannschaft dar, die in kürzester Zeit bei Notfällen jeglicher Art rasch, beherzt und zielstrebig eingreift und so das Hab und Gut der Bevölkerung unserer Gemeinde, aber auch innerhalb der Verbandsgemeinde und in besondern Fällen auch darüber hinaus, schützt und Leben rettet.



Traumhochzeit

Der Begriff schein zunächst verwirrend - aber dennoch lassen sie mich erklären, um was es hierbei im Jahre 1993 ging. Die Feuerwehren aus Matzenbach und dem Ortsteil Gimsbach waren bis zum Jahre 1993 völlig eigenständige Wehren mit jeweils einem Kommandanten, seinem Stellvertreter usw. - also allem was dazugehört.
Bei beiden Wehren jedoch war der technische Stand nicht auf der Höhe der Zeit (beide hatten als "Feuerwehrfahrzeug" einen Tragkrafspritzenanhänger (TSA), der von einem Schlepper gezogen werden mußte) und auch nicht besonders mobil, insbesondere außerorts. Bei den Wehrmännern beider Ortsteile war es also ein langgehegter Wunsch ein selbstfahrendes Feuerwehrfahrzeug, in diesem Fall ein "Tragkraftspritzenfahrzeug" (TSF) zu besitzen. Das einzige Problem dabei war jedoch, daß die VB Glan- Münchweiler nicht bereit war in einem kleinen Ort wie Matzenbach jeder eigenständigen Wehr auch ein eigenes Fahrzeug zu beschaffen, aus vornehmlich finanziellen Gründen - sicherlich verständlich.

Wo aber lag die Lösung dieses Problems ?

Sie konnte nur in einem Zusammenschluß (war Bedingung der VB- Verwaltung) beider Feuerwehren liegen, . Das aber, war nicht gerade leicht zu vollziehen und der letztendliche Erfolg war sicherlich der Hartnäckigkeit der beiden damaligen Wehrführer, Hans Weis (Gimsbach) und Achim Altmaier (Matzenbach), zu verdanken, die diesen Schritt, trotz heftiger Gegenwehr, wagten. Der von der Verbandsgemeindeverwaltung zugesicherte "Lohn" dieser Mühe lag darin, ein fabrikneues Feuerwehrfahrzeug - dann genutzt von beiden Wehren - zu erhalten. Dafür verlor aber auch die Feuerwehr Gimsbach ihre Eigenständigkeit vollkommen und ist seitdem als zweite Löschgruppe der Feuerwehr Matzenbach offiziell geführt, zunächst unter der Leitung von Achim Almaier und Hans Weis, als sein Stellvertreter.

Später übernahmen dann Patrick Altmaier (Wehrführer) und Roman Stemmler (Stellvertreter) diese beiden Ämter.

Im Jahre 1994 wurde dann das neue Tragkraftspritzenfahrzeug der Matzenbacher Wehr feierlich übergeben und ist seitdem einsatzbereit im Feuerwehrgerätehaus Matzenbach (hinterm Kindergarten - Eisenbachstraße) untergebracht. Da die zwei Löschgruppen unterschiedliche Übungstermine haben, wird das Fahrzeug abwechselnd zu den jeweiligen Übungen benutzt. Im Ernstfall greifen beide Löschgruppen gemeinsam darauf zu.

Lesen sie nun, was damals die Zeitung "Die Rheinpfalz" in ihrem Lokalteil zum Zusammenschluß beider Wehren schrieb: Traumhochzeit


Quelle: 115- Jahresfestschrift der Feuerwehr Matzenbach plus Änderungen und Anmerkungen des Verfassers